Der Steinzeitmensch in uns

Hä, wie jetzt? Die Steinzeit ist doch seit ca. 12.000 Jahren vorbei. Seit dem haben wir Menschen uns doch enorm weiterentwickelt.
Stimmt schon! Unser Stammhirn reagiert in stressigen Situationen allerdings immer noch wie damals - der Steinzeitmensch in uns eben. 

 

Doch was für uns heute oftmals eine unglaubliche Qual ist war für den Steinzeitmenschen wichtig fürs Überleben! 
Ein Reiz, ein Rascheln im Gebüsch - und schon war der Steinzeitmensch in heller Alarmbereitschaft. 
Denn mit einem Säbelzahntiger konnte eben nicht erstmal ausdiskutiert werden, wer nun wen angreift.
Der Körper des Steinzeitmenschen war im Stress: Herz und Atmung gingen schneller, um mehr Blut zu den Muskeln zu transportieren, die Pupillen erweiterten sich, der Stoffwechsel stieg. Gleichzeitig wurde die Verdauung verlangsamt und der Harndrang verringert, denn um auf Toilette zu gehen war nun wirklich nicht der passende Zeitpunkt. Der Steinzeitmensch war bereit für Kampf oder Flucht.

 

Die Symptome kennen und erleben wir heute noch - nur kämpfen wir eben nicht mehr gegen Säbelzahntiger.
Und im Gegensatz zu unserem Steinzeitvorfahren gönnen wir uns oftmals auch nicht die notwendigen Erholungsphasen nach einer Stress-Situation.

Denn unser Steinzeitmensch ging nach dem Sieg gegen den Säbelzahntiger erstmal zurück in seine Höhle und ruhte sich aus. Wir hingegen rennen von einem Termin zum nächsten. 

Ach und noch was: hätte der Steinzeitmensch damals keinen Stress gehabt und so automatisch auf den Stress-Impuls reagiert, dann wären wir Menschen wohl schon vor langer Zeit ausgestorben.
Stress hat also auch seine guten Seiten und ist sehr wichtig für unsere Entwicklung!

 

Aber trotzdem: lasst Euch nicht zu sehr stressen!
Carola